Gebäude unter WEG-Verwaltung sollen verstärkt saniert werden.

Bauministerium will Gebäude unter WEG-Verwaltung verstärkt modernisieren

Gebäude unter WEG-Verwaltung sollen verstärkt saniert werden.
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Häuser unter WEG-Verwaltung spielen im Gebäudesanierungs-Programm der Bundesregierung bisher praktisch keine Rolle. Das hat nun auch das Bundesbauministerium entdeckt. Dort beginnt man darüber nachzudenken, wie man WEGs dazu bringen kann, ihre Investitionen in die energetische Sanierung ihrer Wohnanlagen zu erhöhen. Ziel ist es, Gebäudesanierungen zu erleichtern und zugleich zu beschleunigen. Wie das am besten geht, soll nun eine neue Studie klären.

Laut ihrem Energiekonzept strebt die Bundesregierung eine Verdoppelung der jährlichen Gebäudesanierungsquote von einem auf zwei Prozent des Immobilienbestands an. „Dass man von diesem Ziel noch weit entfernt ist, liegt unter anderem daran, dass Wohngebäude unter WEG-Verwaltung bisher zu selten energetisch modernisiert werden“, erklärt Ralf Endres von der Wohnbau Service Bonn. Dabei ist eine deutliche Reduzierung von C02-Ausstoß und Energieverbrauch in Deutschland ohne die Modernisierung zahlreicher Wohngebäude kaum zu schaffen: Denn 40 Prozent der gesamten Energie werden hierzulande in Gebäuden verbraucht – zwei Drittel davon entfallen auf Privathaushalte. Und von den Menschen, die in Mietshäusern leben, wohnt ein großer Teil in Wohnanlagen unter WEG-Verwaltung.

„Ziel der Politik muss es deshalb sein, eine Antwort auf die Frage zu finden: Wie lassen sich die Rahmenbedingungen verbessern, damit Häuser unter WEG-Verwaltung verstärkt modernisiert werden?“, so Endres. Dies sieht nun offenbar auch die Bundesregierung so: Im Auftrag des Bundesbauministeriums (BMVBS) soll das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) herausfinden, wie Investitionen erleichtert und beschleunigt werden können. Dazu soll untersucht werden, wie die Entscheidungsprozesse in einer WEG, die zu einer Energiesanierung führen, in der Praxis ablaufen. Geplant ist darüber hinaus auch, herauszufinden, wie eine Eigentümergemeinschaft solche Modernisierungen typischerweise finanziert. Auf Basis der Studienergebnisse will das Ministerium Vorschläge vorlegen, um die Finanzierungsbedingungen für die Gebäudesanierung in WEGs zu verbessern.

WEG-Verwaltung soll bei der Gebäudesanierung unterstützt werden

„Schön, dass sich nun auch die öffentliche Verwaltung für dieses Thema interessiert. Bisher hatte die Politik die Immobilienverwalter mit ihren Finanzierungsproblemen, die insbesondere Wohnungseigentümergemeinschaften betreffen, eher allein gelassen“, kommentiert Endres. Der Hintergrund: Für umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erhalten WEGs bislang nur selten (Förder-)Kredite, wie sie etwa die KfW anbietet. Das liegt unter anderem daran, dass sich in vielen Wohnanlagen nicht jeder, der eine Eigentumswohnung besitzt, an der Bereitstellung der notwendigen Kreditsicherheiten beteiligen kann. Über die Finanzierungsthematik haben wir auf diesem Portal bereits mehrfach ausführlich berichtet (siehe etwa „WEG-Hausverwaltungen können KfW-Klimaschutzförderung kaum nutzen.)

Die Studie des BBSR soll bis 2014 fertig gestellt werden und besonders die Rolle der WEG-Verwaltung berücksichtigen. Die Ergebnisse sollen in einer Broschüre vorgestellt werden. Diese ist auch als Leitfaden gedacht, der es den Wohnungseigentümern und ihrer WEG-Verwaltung erleichtern soll, das Thema Gebäudesanierung anzugehen.

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